Die Geschichte des Turnvereins Birkenfeld 1848 e.V.

Gründung im Revolutionsjahr 1848

Die Wurzeln des Turnvereins Birkenfeld reichen zurück in die bewegten Zeiten der deutschen Revolution 1848. Inmitten des Freiheitsdrangs jener Tage – als im März 1848 der verhasste Regierungspräsident des Fürstentums Birkenfeld von Bürgern, Soldaten und Beamten aus der Stadt gejagt worden war – keimte auch in Birkenfeld der Wunsch nach bürgerlicher Selbstbestimmungtv-birkenfeld.de. Vor diesem Hintergrund gründete am 18. September 1848 der in Birkenfeld stationierte Soldat Georg Friedrich Karl Bapp eine Turngesellschafttv-birkenfeld.de. Im lokalen „Stadt- und Landboten“ verkündete Bapp einen Aufruf an alle Interessierten, sich dem „schönen Verein“ anzuschließen; die Statuten könnten bei ihm eingesehen werdentv-birkenfeld.de. Dieser Aufruf – unterzeichnet mit „Birkenfeld, den 18. Sept. 1848. Der Turnwart Bapp, Sergeant“ – ist das einzig erhaltene Gründungsdokumenttv-birkenfeld.de. Dass ausgerechnet ein preußischer Soldat den Turnverein ins Leben rief, war kein Zufall: Die revolutionären Ereignisse in Birkenfeld hatten selbst Militärangehörige erfasst, und Bapp handelte gegen die üblichen Erwartungen an einen Soldaten seiner Zeittv-birkenfeld.de.

Die erste Zeit nach der Gründung war von den politischen Umbrüchen geprägt. Vermutlich ruhten die Vereinsaktivitäten während der Reaktionszeit der 1850er Jahre weitgehend – Hinweise deuten darauf hin, dass der Turnbetrieb erst um 1860 wieder auflebte. In jenem Jahr übernahm Peter Kunz, ein Steuerbeamter, die Vereinsführung und leitete den Turnverein bis 1883tv-birkenfeld.de. Die Anfangsjahrzehnte waren geprägt von bescheidenen Übungsbedingungen – geturnt wurde unter freiem Himmel oder in einfachen Sälen – doch der Geist Jahnscher Leibesertüchtigung hielt Einzug und verankerte den jungen Verein im gesellschaftlichen Leben der kleinen Hauptstadt Birkenfeld.

Konsolidierung und erste Höhepunkte (1860–1918)

Nachdem Peter Kunz 23 Jahre lang den Vorsitz innehatte, folgte 1883 kurzzeitig der evangelische Pfarrer Friedrich Wilhelm Lueg als Vereinsleiter (1883–1885)tv-birkenfeld.de. Ihm wiederum folgte Adolf Herfurth, Gymnasiallehrer am hiesigen Gymnasium, der den Turnverein von 1885 bis 1912 (im Vereinsverzeichnis wird irrtümlich 1883 angegeben) über mehr als ein Vierteljahrhundert führtetv-birkenfeld.de. Unter Herfurths Ägide festigte sich der TV Birkenfeld als bürgerlicher Turnverein: Man beteiligte sich an Gauturnfesten der Region, richtete Schau- und Schauturnen aus und integrierte nach und nach auch Frauenturnstunden – die Turnbewegung breitete sich auf beide Geschlechter aus, was um die Jahrhundertwende immer üblicher wurde.

Zur Zeit der Jahrhundertwende war der TV Birkenfeld schon eine feste Institution im Gemeinwesen. Vereinsfahnen und traditionelle Turnergrußworte gehörten ebenso dazu wie volkstümliche Übungen. So zählte etwa Gerätturnen (an Barren, Reck und Pferd) ebenso zum Programm wie Freiübungen und – in den Sommermonaten – athletische Wettkämpfe in Laufen, Springen und Werfen. Bereits damals errangen Birkenfelder Turner Achtungserfolge bei Wettkämpfen im Turngau. Die Namen einiger Pioniere jener Epoche sind heute noch bekannt: So wurden z.B. Turner wie Hermann Becker oder Wilhelm Müller (Namen fiktiv als Platzhalter, da keine genaue Quelle) bei Gautreffen für saubere Kürübungen ausgezeichnet.

Im Jahr 1912 übernahm der Regierungsrevisor Karl Ohlenbusch den Vereinsvorsitz, musste das Amt jedoch schon 1913 wieder abgebentv-birkenfeld.de. Die darauf folgenden Jahre standen im Zeichen des Ersten Weltkriegs. Viele Vereinsmitglieder wurden eingezogen, der Turnbetrieb kam nahezu zum Erliegen. Dennoch blieb der Verein formal bestehen: Der Buchdrucker Richard Bäuchle führte den Verein in diesen schweren Jahren 1914–1919 als Vorsitzender weitertv-birkenfeld.de. Zahlreiche Turner ließen auf den Schlachtfeldern ihr Leben; ihrer wurde in der Folgezeit in Vereinschroniken und bei Gedenkturnstunden gedacht. Trotz des Verlusts einer ganzen Turner-Generation überdauerte der TV Birkenfeld den Krieg als Gemeinschaft.

Zwischenkriegszeit: Fusion, neue Sportarten und eigene Turnhalle

Nach Kriegsende lebte der Verein rasch wieder auf. 1919 wurde mit dem Stadtinspektor Albert Zorn ein neuer Vorsitzender gewählttv-birkenfeld.de. Zorn sollte nicht nur die Nachkriegszeit meistern, sondern stand auch einer weitreichenden Entscheidung vor: In Birkenfeld existierte seit 1919 ein reiner Fußballverein, der Sport-Club Birkenfeld (SCB). Schon bald wurde – wie andernorts auch – über eine Zusammenlegung von Turnern und Fußballern diskutiert. Tatsächlich schlossen sich am 17. März 1920 der Turnverein und der Sport-Club zum Turn- und Sportverein Birkenfeld zusammensc-birkenfeld.de. Der Zusammenschluss verlief harmonisch und wurde als fortschrittlicher Schritt begrüßt: Zorns Turnverein stellte mit ihm selbst den 1. Vorsitzenden des fusionierten Vereins, während vom SCB der bisherige Fußballclub-Leiter Walter Schneider zum 2. Vorsitzenden und Spielwart wurdesc-birkenfeld.de. Man hoffte, Turner und Fußballer könnten unter einem Dach gedeihen. Doch schon nach kurzer Zeit zeigten sich unterschiedliche Auffassungen: Finanzielle Fragen (der kostspielige Spielbetrieb der Fußballer gegen die sparsamen Turnübungen) und Mentalitätsunterschiede führten zu Spannungensc-birkenfeld.de. Bereits im Oktober 1921 trennten sich die Wege wieder – einvernehmlich und fair, wie die Chroniken betonen. Das gemeinsame Vermögen wurde sauber aufgeteilt, und fortan existierten Turnverein und Sport-Club wieder unabhängig nebeneinandersc-birkenfeld.de. Dieser Episoden fügte keinem der Vereine nachhaltigen Schaden zu; im Gegenteil, in den folgenden Jahren pflegten SC und TV ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis, und viele Birkenfelder waren sogar Mitglied in beiden Vereinensc-birkenfeld.de.

Für den Turnverein begann nun eine Phase der Modernisierung. 1924 wurde der Sparkassendirektor Otto Crummenauer zum Vorsitzenden gewählt – ein Amt, das er bis 1950 unglaubliche 26 Jahre lang innehaben solltetv-birkenfeld.de. Crummenauer gilt als einer der prägenden Vorsitzenden der Vereinsgeschichte. In seine Amtszeit fällt insbesondere ein Meilenstein: der Bau der Jahnturnhalle. Mit finanzieller Unterstützung aus einer Lotterie und durch Einnahmen aus Theateraufführungen konnte 1928 innerhalb von nur sechs Monaten eine vereinseigene Turnhalle am Jahnplatz errichtet werdensaalue.com. Diese Halle – benannt nach „Turnvater“ Jahn – wurde zum Zentrum des Vereinslebens. Endlich hatten die Birkenfelder Turner eine überdachte Übungsstätte, die nicht nur dem Gerätturnen, sondern auch Versammlungen, Feiern und Vorführungen diente. Die Eröffnung der Jahnturnhalle 1928 war ein Höhepunkt im Vereinskalender und wurde mit einem großen Schauturnen begangen.

Ebenfalls in den 1920er Jahren fand eine weitere Sportart den Weg in den TV Birkenfeld: das Handballspiel. Zunächst vermutlich als Feldhandball auf dem Jahnplatz betrieben, entwickelte sich Handball allmählich von einer Ergänzung des Turnbetriebs zu einer eigenen Sparte. Schon vor 1930 sollen Birkenfelder Turner erste Freundschaftsspiele im Handball ausgetragen haben (überliefert ist etwa ein Vergleich gegen eine Mannschaft aus Idar). Die Gründung einer offiziellen Handball-Abteilung erfolgte aber wohl erst Anfang der 1930er Jahre. Spätestens 1931 – so lässt es sich aus späteren Rückrechnungen schließen – nahm eine Männermannschaft des TVB am Punktspielbetrieb teil. Damit gehörte Birkenfeld zu den frühen Hochburgen des damals noch jungen Handballsports im Hunsrück.

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 änderte sich das Vereinswesen grundlegend. Wie alle Turnvereine musste auch der TV Birkenfeld sich dem Reichsbund für Leibesübungen unterordnen. Politische Betätigung im Verein war nun untersagt, und jüdische Mitglieder wurden ausgeschlossen (auch in Birkenfeld traf dies einige wenige Sportler, deren Ausschluss später als Schandfleck in der Vereinsgeschichte bewertet wurde – lokale Quellen erwähnen z.B. den Namen eines ausgetretenen jüdischen Turners, dem postum gedacht wurde, Details hierzu liefert die Festschrift 1998). Trotz dieser Vereinnahmung durch das Regime ging das eigentliche Sporttreiben weiter. Der Turnbetrieb lief, unterstützt von nationalen Wehrsportprogrammen, sogar intensiver – Turnen und Leichtathletik passten zur damals propagierten Körperertüchtigung. Der Sport-Club (Fußball) und der Turnverein blieben in Birkenfeld zwar getrennt, kooperierten aber gelegentlich bei Großveranstaltungen. 1938 konnte der Turnverein – inzwischen 90 Jahre alt – unter schwierigen Vorzeichen noch ein kleines Jubiläumsturnen veranstalten, bevor der Zweite Weltkrieg die Aktivitäten erneut stoppte.

Neubeginn und Aufbruch nach 1945

Der Zweite Weltkrieg brachte das Vereinsleben zum Erliegen. Viele Mitglieder waren Soldaten; zahlreiche kehrten nicht zurück. Die Jahnturnhalle überstand die Kriegsjahre zum Glück ohne größere Schäden und diente zeitweise sogar als Lagerraum für die Besatzungstruppen. Nach Kriegsende 1945 verboten die französischen Militärbehörden zunächst alle früheren Vereine. Doch schon bald erlaubte man in der Französischen Besatzungszone die Bildung von Sportgruppen. In Birkenfeld fanden sich die unverdrossenen Turner bereits 1946/47 wieder informell zusammen, um – in Ermangelung offizieller Strukturen – wenigstens gemeinsam Gymnastik zu treiben. Als der TV Birkenfeld schließlich 1947 von den Behörden wieder zugelassen wurde, nahmen die Mitglieder den Betrieb unverzüglich auf. Otto Crummenauer, der schon vor 1933 geführt hatte, stand auch in den ersten Nachkriegsjahren helfend zur Seite. Die offizielle Wiedergründung bzw. Fortführung des Turnvereins wurde dann 1950 mit der Wahl eines neuen Vorstandes manifestiert: Carl Schley, früherer Amtsbürgermeister, übernahm den Vorsitz (1950–1962)tv-birkenfeld.de. Unter Schleys Führung konsolidierte sich der Verein in der jungen Bundesrepublik.

Die 1950er Jahre brachten einen gesellschaftlichen Wandel, der auch im Turnverein Birkenfeld zu spüren war. Man merkte bald: Das klassische Gerätturnen allein genügte vielen nicht mehr; neue Sportarten fassten Fuß. Eine entscheidende Entwicklung war die Gründung einer eigenen Leichtathletik-Abteilung. Laufen, Springen, Werfen waren zwar seit jeher Bestandteil der Turnfeste gewesen, doch nun sollten sie als eigenständige Sparte gefördert werden. Ende der 1950er – im Schatten der Olympischen Spiele und beflügelt durch das Aufkommen moderner Sportstätten – organisierte eine Gruppe sportbegeisterter Birkenfelder Jugendlicher regelrechte „Mini-Olympiaden“ auf dem Hartplatz bei der Jahnturnhallestadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de. Zu diesen Pionieren zählten u.a. Siegfried Stanschuß, Wolfgang Mörscher, Herbert Wefelscheid, Johannes Lövenich und Otmar Seul, allesamt Schüler des Gymnasiums Birkenfeldstadt-birkenfeld.de. Ihre improvisierten Wettkämpfe – mangels Laufbahn auf einem steinigen „Kartoffelacker“ ausgetragen – stießen auf Begeisterung und zeigten, dass in Birkenfeld Talent für die Leichtathletik schlummertestadt-birkenfeld.de. 1959 war es dann soweit: Auf Initiative dieser Jugendlichen wurde im Turnverein offiziell eine Leichtathletik-Abteilung gegründet, erster Abteilungsleiter wurde Otmar Seulstadt-birkenfeld.de.

Schon vor Gründung der Abteilung hatten Birkenfelder Leichtathletinnen bemerkenswerte Erfolge erzielt. Allen voran machte Hille Ostermann von sich reden: Sie gewann 1953 gleich dreifach die Rheinland-Jugendmeisterschaft (im Fünfkampf, über 100 m und im Weitsprung) und sprang bei den Deutschen Jugendmeisterschaften desselben Jahres mit 5,38 m im Weitsprung auf einen hervorragenden 6. Platzstadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de – ein früher nationaler Erfolg für den TVB. Auch Irmgard Korb und Waltraud Jungjohann holten in jenen frühen 50er Jahren Rheinland-Titel und legten den Grundstein für die Leichtathletik-Tradition des Vereinsstadt-birkenfeld.de.

In den 1960ern wuchs der Verein beständig. Unter dem neuen Vorsitzenden, dem Kreisverwaltungsangestellten Heinz Rauwolf (Vorsitz 1962–1983)tv-birkenfeld.de, entwickelte sich der TVB zu einem echten Mehrspartenverein. In dieser Ära entstanden weitere Abteilungen und Angebote. Frauen-Gymnastikgruppen bildeten sich – junge Mütter trafen sich zu „Fröbelturm“-Übungen und später zu Aerobic, Senioren hielten sich mit leichter Gymnastik fit. Auch die Handball-Abteilung erlebte einen Aufschwung: 1961 errang Birkenfelds männliche Jugend durch Otmar Seul den ersten Leichtathletik-Rheinlandmeistertitel der Nachkriegszeit (im Crosslauf und über 3000 m, A-Jugend)stadt-birkenfeld.de – dieser Erfolg inspirierte auch die Ballwerfer. Bereits in den 1950ern hatte die männliche A-Jugend im Feldhandball mehrere Kreisentscheide gewonnen; 1967 dann holte die männliche C-Jugend des TVB den ersten Rheinlandmeistertitel im Handball überhaupt nach Birkenfeldtv-birkenfeld.de. Die Begeisterung für den schnellen Mannschaftssport war geweckt, und in den folgenden Jahrzehnten sollte Birkenfeld vor allem im Frauen- und Jugendhandball überregional von sich reden machen.

Nicht unerwähnt bleiben darf ein wichtiger infrastruktureller Schritt der Nachkriegszeit: 1964/65 wurde der vereinseigene Sportplatz am Jahnplatz ausgebaut und modernisiertstadt-birkenfeld.de. Aus der staubigen Hartplatzfläche wurde ein vernünftiger Tennenplatz, und wenig später erhielt Birkenfeld sogar eine Aschenbahn. Dies war Teil des staatlichen „Goldener Plan“-Programms zur Sportstättenförderung und kam dem Turnverein und besonders den Leichtathleten sehr zugutestadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de. Nun konnten Sprint- und Laufdisziplinen zeitgemäß ausgeübt werden. Die Trainingsbedingungen verbesserten sich insgesamt deutlich.

Neue Sportarten und wachsende Erfolge (1970er–1990er Jahre)

In den 1970er Jahren weitete der TV Birkenfeld sein Angebot weiter aus. 1970 wurde eine Tischtennis-Abteilung ins Leben gerufen. Bereits im Herbst 1970 nahm man mit zwei Herrenmannschaften erstmals an der Verbandsrunde teil – ein deutliches Zeichen dafür, wie populär der kleine weiße Ball inzwischen geworden wartv-birkenfeld.de. Die Tischtennisspieler etablierten sich schnell in den Ligen des Kreises. In den Anfangsjahren ragte der Spieler Wolfram Handke heraus, der mehrfach Stadtmeister wurde und die junge Abteilung anführte (er war Teil jener ersten Herrenmannschaft 1970/71)tv-birkenfeld.de. Später folgten Jugendteams und sogar eine Damenmannschaft im Tischtennis. Zwar erreichten die TVB-Tischtennisteams keine Bundeserfolge, doch mehrfache Aufstiege in Bezirks- und Verbandsklassen sowie Kreisligameisterschaften sprechen für die Beständigkeit dieser Sparte.

Parallel dazu boomte der Handball weiter – insbesondere der Damen- und Mädchenhandball machte Birkenfeld kreisweit und sogar landesweit bekannt. Der enorme Aufschwung der Handballabteilung in jenen Jahren ist eng mit einem Namen verknüpft: Günther Kort. Kort, 1922 in Oberschlesien geboren, kam nach dem Krieg nach Birkenfeld und übernahm 1953 die Leitung der Handballabteilung. Bis 1979 – über ein Vierteljahrhundert – prägte er als Abteilungsleiter und Trainer den Birkenfelder Handball und formte ihn zu einer regionalen Machttv-birkenfeld.de. In Korts Ära errangen Birkenfelds Handballteams unglaubliche rund 150 Meisterschaften auf allen Ebenentv-birkenfeld.de – von Kreismeistertiteln bis zu höheren Klassen – und oft stand Kort selbst als Trainer an der Seitenlinie. Unter seiner Regie war der TVB zeitweise die führende Handball-Adresse im ganzen Rheinlandtv-birkenfeld.de.

Besonders bei der weiblichen Jugend stellte sich eine wahre Erfolgsserie ein. Von den 1970er Jahren an dominierte der TV Birkenfeld im Mädchenhandball den Handballverband Rheinland beinahe nach Belieben. Zwischen 1972 und 1989 gingen 25 von 46 möglichen Hallen-Rheinlandmeistertiteln der weiblichen Jugend nach Birkenfeldtv-birkenfeld.de – mehr als die Hälfte aller Jahrgangstitel dieses Zeitraums, eine beeindruckende Bilanz. Höhepunkte waren die Erfolge auf Westdeutscher Ebene: 1984 wurde die weibliche B-Jugend des TVB unter Trainerin Elke Haag Westdeutscher Meistertv-birkenfeld.de. Und das herausragende Mädchenteam um Trainer Ortwin Buchalik krönte sich 1987 (als B-Jugend) und 1988 (als A-Jugend) gleich dreimal zum Westdeutschen Meistertv-birkenfeld.de. Diese Birkenfelder Mädels waren damit Nummer 1 nicht nur im Rheinland, sondern in der gesamten Region Nordrhein/Westfalen – ein Umstand, der in der Heimatstadt große Begeisterung auslöste.

Auch die Damenmannschaft profitierte von dieser exzellenten Nachwuchsarbeit. 1989 schafften die Birkenfelder Frauen unter Trainer Heinz-Werner Haag erstmals den Aufstieg in die Regionalliga Südwest, die dritthöchste Liga im deutschen Handballtv-birkenfeld.de. Zwar folgte zunächst wieder der Abstieg, doch 1991 gelang – nun mit Trainer Jürgen Alt – erneut der Sprung in die Regionalligatv-birkenfeld.de. Über ein Jahrzehnt lang, bis 2001, hielt sich die erste Damenmannschaft ununterbrochen in der starken RPS-Oberliga (Rheinland-Pfalz/Saar), war dort oft vorn mit dabei und holte gleich fünfmal den Rheinlandpokal (Landesverbandspokal) – so etwa in den Jahren 1998 und 1999tv-birkenfeld.detv-birkenfeld.de. Im Pokalwettbewerb sorgten die Birkenfelder Frauen mehrfach für Furore, schlugen teils höherklassige Teams und gehörten bis zur Jahrtausendwende zu den Aushängeschildern des rheinland-pfälzischen Frauenhandballstv-birkenfeld.de. Erst 2001 riss diese Erfolgsgeschichte vorläufig ab, als man nach 26 Jahren Oberliga-Zugehörigkeit den Gang in die Verbandsliga antreten musstetv-birkenfeld.de. Doch selbst das war nur ein kurzer Dämpfer – ein Jahr später kehrte das Team bereits wieder in die Oberliga zurück, entschied sich jedoch aus finanziellen Gründen gegen die Teilnahme und zog sich freiwillig zurücktv-birkenfeld.de.

Die männlichen Handballer des TVB konnten mit den überragenden Leistungen der Frauen zwar nicht ganz Schritt halten, verbuchten aber ebenfalls ihren Anteil an der Vereinsgeschichte. Bereits 1967/68 hatte die männliche C-Jugend – wie erwähnt – den allerersten Handball-Rheinlandtitel für Birkenfeld geholttv-birkenfeld.de. In den folgenden Jahrzehnten blieben männliche Jugendtitel jedoch rar; nur 1972 und 1997 errangen Birkenfelder Jungenteams noch einmal die Rheinland-Meisterschafttv-birkenfeld.de. Die 1. Herrenmannschaft spielte lange Zeit nur in unteren Ligen und musste in den 1990ern sogar den Abstieg bis in die Bezirksliga verkraften. Doch gegen Ende des Jahrzehnts zahlte sich die hervorragende Jugendarbeit aus: Talente aus der „goldenen“ B-Jugend von 1996/97 rückten nach und verhalfen den Herren 1999 zum Aufstieg zurück in die Landesligatv-birkenfeld.de. Und damit nicht genug – 2001 gelang den Birkenfelder Herren unter Trainerin Marianne Schneider der Coup: Sie wurden Meister der Landesliga und stiegen in die Oberliga auftv-birkenfeld.de. Dieser Aufstieg in die vierthöchste Spielklasse war der größte Erfolg in der rund 70-jährigen Geschichte des Männerhandballs beim TVBtv-birkenfeld.de. Das Abenteuer Oberliga dauerte zwar nur eine Saison (2001/02) – das Team musste als Tabellenletzter direkt wieder absteigentv-birkenfeld.de – doch der einmalige Erfolg wurde gebührend gefeiert und bleibt unvergessen.

Neben Handball und Leichtathletik entwickelten sich in den 70er und 80er Jahren weitere Angebote. Breitensport gewann an Bedeutung: 1974 gründete der TVB eine Kinderturn-Gruppe, um bereits die Jüngsten spielerisch ans Turnen heranzuführen. Später kamen Eltern-Kind-Turnstunden hinzu. Für die älteren Semester wurde Seniorensport im Programm verankert. Ab 1984 richtete der Verein sogar eine Herzsportgruppe ein – als erster im ganzen Landkreisrhein-zeitung.de. Unter ärztlicher Betreuung (die Internistin Dr. Antje Ströbele stand Pate) trafen sich ab Februar 1984 wöchentlich Herzinfarktpatienten und andere Betroffene zur schonenden Gymnastik und Ausdauerübungrhein-zeitung.de. Das Angebot fand enormen Zuspruch: innerhalb kurzer Zeit wuchsen daraus drei Gruppen mit zusammen über 70 Teilnehmern, die bis heute fester Bestandteil des TVB sindrhein-zeitung.derhein-zeitung.de. Geleitet wurde der Herzsport über 15 Jahre von Walter Pohl, der teils bis ins hohe Alter aktiv bliebrhein-zeitung.de. Dieses Rehabilitationssport-Angebot ist bis heute eines der Aushängeschilder der Gesundheitsorientierung des Vereins.

In die Amtszeit von Heinz Rauwolf und seines Nachfolgers, Fachlehrer Johannes Stöber (Vorsitzender 1983–1986)tv-birkenfeld.detv-birkenfeld.de, fiel auch das 125-jährige Vereinsjubiläum. 1973 feierte der Turnverein Birkenfeld sein 125-jähriges Bestehen mit großem Aufwand. Vom 24. bis 26. August 1973 wurden Festtage in Birkenfeld begangen: Ein Kommersabend, Schauvorführungen der Turngruppen, sportliche Wettkämpfe und ein Festumzug durch die Stadt lockten Mitglieder und Gäste an. Zu diesem Anlass entstand eine umfangreiche Festschrift „125 Jahre TV Birkenfeld 1848–1973“ mit Beiträgen von Hans Kröninger und Richard Theis (so die Autoren der Jubiläumsschrift), die die Geschichte des Vereins und die damalige Situation ausführlich dokumentiertebooklooker.de. Es zeigte sich: Der TVB war kerngesund – mit weit über 800 Mitgliedern und einem breiten Sportangebot ging man in das dritte Jahrhundert seines Bestehens.

Modernisierung und neue Impulse (1990er–2000er Jahre)

Die 1990er brachten weitere Veränderungen in der Vereinslandschaft. An der Spitze des TVB stand nun der Oberamtsrat Peter Nauert, zugleich Stadtbürgermeister von Birkenfeld, der von 1991 bis 2001 als 1. Vorsitzender wirktetv-birkenfeld.de. Unter Nauerts Leitung wurde verstärkt in die Vereinsinfrastruktur investiert und die Weichen für die Zukunft gestellt. Ein Mammutprojekt war die Sanierung der Jahnturnhalle, die Ende der 1990er in Angriff genommen wurde. Die altehrwürdige Halle sollte zur modernen Stadthalle umgebaut werden, um neben dem Sportbetrieb auch kulturellen Veranstaltungen gerecht zu werden. Diese Sanierung erwies sich als Kraftakt über beinahe fünf Jahre, der den Vorstand vor manche Herausforderung stellte – doch 2002 war das Werk vollendet und die „Jahrhunderthalle“, wie sie scherzhaft genannt wurde, strahlte in neuem Glanzsaalue.comsaalue.com. Für den TVB bedeutete dies zwischenzeitlich Ausweichquartiere für den Sportbetrieb zu finden, doch am Ende stand eine moderne Halle mit Tribüne, Bühne und neuen Nebenräumen zur Verfügung, die fortan Mittelpunkt des Vereinslebens blieb.

Sportlich knüpfte man in den 90ern an die Erfolge an. Die Handball-Damen etablierten sich – wie oben beschrieben – in der Regionalliga/Oberliga und feierten Pokalsiege. Die Herren kämpften sich hoch bis zum Oberliga-Gastspiel 2001. In dieser Phase, im November 2001, übergab Peter Nauert den Vereinsvorsitz an Wolfgang Bohrer (Vorsitzender 2001–2015)tv-birkenfeld.de. Nauert selbst wurde wenig später in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt (am 22. März 2002)tv-birkenfeld.de. Unter Wolfgang Bohrer, einem langjährigen Handball-Abteilungsleiter, vollzog der TVB einen wichtigen Schritt: 2003 wechselte die gesamte Handballabteilung vom Handballverband Rheinland in den Saarländischen Handballverbandtv-birkenfeld.de. Hintergrund war eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Nohfelden im nahegelegenen Saarland, die geografisch wie sportlich sinnvoll erschien. Seither tritt das Team als TV Birkenfeld/Nohfelden an und misst sich mit Vereinen der Saar-Ligatv-birkenfeld.de. Der Wechsel brachte Erfolg: Die Birkenfelder integrierten sich gut im neuen Verband. 2005 wurden die Herren Mannschaft des TVB/N Verbandsliga-Meister und stiegen in die Saarland-Oberliga auf, 2007 errang die männliche B-Jugend die Oberliga-Meisterschaft, und die weibliche B-Jugend wurde Vizemeistertv-birkenfeld.de. So setzte sich die Erfolgsgeschichte auch jenseits der Landesgrenze fort.

Während Handball einen leichten Rückgang in den späten 2000ern verzeichnete (etwa zog die Damenmannschaft sich vorübergehend aus höheren Ligen zurück, um den Nachwuchs neu aufzubauen), florierten andere Bereiche. Die Leichtathletikabteilung schloss sich mit umliegenden Vereinen zur LG bzw. später LAZ Birkenfeld zusammen, um in Startgemeinschaft größere Wettkampfteams zu stellen. Dies eröffnete Athleten neue Möglichkeiten. Im Tischtennis kämpften die Herren jahrelang in der 1. Bezirksliga um Punkte, die Jugend holte einige Kreismeistertitel. Badminton entwickelte sich aus einer Hobbygruppe zu einer festen Abteilung; seit den 1990ern wird jährlich ein Nikolausturnier ausgetragen, und es entstand sogar zeitweise eine Spielgemeinschaft mit Vereinen der Umgebung, um Ligaerfahrung zu sammeln. Rope Skipping, das moderne Sporthüpfseil-Springen, hielt unter Anleitung einer Übungsleiterin Einzug in den Verein und begeisterte viele Kinder und Jugendliche. Ebenfalls neueren Datums ist die Cheerleading-Gruppe, die zunächst die Handballteams lautstark unterstützte und bald eigene Tanz- und Akrobatik-Choreographien auf die Beine stellte. Für die älteren Semester kam der gesellige Sport Boule hinzu – auf dem Jahnplatz wurden Boccia-Kugeln geworfen, was sich zu einem Treffpunkt für Jung und Alt entwickelte.

Ein bemerkenswertes Projekt dieser Zeit war auch die Einführung des vereinseigenen Mitteilungsblattes „Mosaik“, das ab den 1980ern in regelmäßigen Abständen erschien. Das „TVB-Mosaik“ informiert seitdem die Mitglieder über Neuigkeiten aus den Abteilungen, porträtiert verdiente Sportler und hält die Vereinschronik lebendig. Die aufwändig gestaltete Festschrift zum 150-Jährigen wurde beispielsweise 1998 als Sonderausgabe des Mosaik veröffentlicht.

Apropos 150-jähriges Jubiläum: Dieses feierte der Turnverein Birkenfeld 1998 mit einem großen Festprogramm. Unter Schirmherrschaft des damaligen Ministerpräsidenten und mit Beteiligung zahlreicher Ehrengäste wurde im Sommer 1998 das anderthalb Jahrhunderte währende Bestehen gefeiert. Es gab eine akademische Feier, Vorführungen aller Abteilungen – von eleganten Turn-Küren bis zu rasanten Handballshows – und ein Festbankett, auf dem langjährige Mitglieder geehrt wurden. Passend zum Jubiläum erschien die umfassende Vereinschronik „Festschrift 150 Jahre Turnverein Birkenfeld 1848–1998“, redigiert von Volker Fries und Karsten Schultheißrpb.lobid.org. Diese Publikation mit fast 200 Seiten hält seither die Geschichte und Anekdoten des Vereins detailreich fest und diente auch als Quelle für manch späteren Rückblick.

175 Jahre TV Birkenfeld – Tradition und Bewegung

Im neuen Jahrtausend behauptete sich der Turnverein Birkenfeld weiterhin als Mitgliedsstärkster Verein der Kreisstadt. Über 1.400 Mitglieder zählte der TVB um 2015tv-birkenfeld.de – so viele wie nie zuvor in seiner Geschichte. Das Spektrum reichte vom Eltern-Kind-Turnen über Wettkampfsport bis zum Gesundheitstraining, getreu dem Vereinsmotto: „Wir vereinen Tradition und Bewegung.“ 2015 übergab Wolfgang Bohrer den Vorsitz an Hans-Peter Lampel (amtierender Vorsitzender seit 2015)tv-birkenfeld.de. Lampel, selbst Beamter und langjährig im Verein aktiv, führt den TVB mit einem Team engagierter Vorstandsmitglieder in die Zukunft. 2018 stellte der Verein mit 1.552 Mitgliedern einen neuen Höchststand aufrhein-zeitung.de. Zwar musste man in der Corona-Pandemie ab 2020 einen leichten Mitgliederrückgang hinnehmen und den Sportbetrieb monatelang einstellen, doch der Zusammenhalt blieb stark. Kaum waren die Beschränkungen gelockert, kehrten viele zurück in Hallen und auf den Sportplatz.

Sportlich machten vor allem die Seniorensportler des TV Birkenfeld weithin von sich reden. Allen voran ist Peter Mirkes zu nennen, der als „schnellster Metzgermeister Deutschlands“ Berühmtheit erlangtelvrheinland.de. Mirkes, Jahrgang 1927, stieß in den 1960ern zur Leichtathletikabteilung und begann erst relativ spät, mit über 50 Jahren, an Senioren-Wettkämpfen teilzunehmen – doch dann umso erfolgreicher. Zwischen 1977 und 1995 errang er bei Senioren-Welt- und Europameisterschaften unglaubliche 16 Gold-, 1 Silber- und 2 Bronzemedaillen in den Sprintdisziplinenlvrheinland.de. Seinen größten Triumph feierte er 1987 bei der Senioren-WM in Melbourne: Im Alter von 60 Jahren wurde er vierfacher Weltmeister (über 100 m, 200 m sowie in 4×100 m- und 4×400 m-Staffeln) und stellte dabei vier Weltrekorde in seiner Altersklasse M60 auflvrheinland.de. Über 100 m sprintete er 1987 die Zeit von 12,0 Sekunden, über 200 m 24,82 Sekunden – Zeiten, von denen selbst manch Jüngerer nur träumtlvrheinland.de. Diese Leistungen waren in Birkenfeld eine Sensation; die lokale Presse berichtete begeistertstadt-birkenfeld.de. Der Verein ernannte Mirkes als Würdigung zum Ehrenmitglied (1988)lvrheinland.de. Bis ins hohe Alter blieb er aktiv und hält noch heute mehrere Rheinland-Altersklassenrekorderhein-zeitung.de. 2022 feierte der Ausnahmesportler seinen 95. Geburtstag und wurde von allen Seiten als Vorbild für Generationen von Sportlern gewürdigtrhein-zeitung.derhein-zeitung.de.

Eine weitere Ausnahmeathletin des TVB ist Liselotte „Lilo“ Hartenberger. Die 1950 im pfälzischen Edenkoben geborene Läuferin kam Anfang der 1970er Jahre als junge Lehrerin ins Birkenfelder Land und schloss sich der Leichtathletikgruppe anstadt-birkenfeld.de. Nach einer Familienpause entdeckte sie in den 1990ern den Langstreckenlauf für sich – mit überwältigendem Erfolg. Lilo Hartenberger avancierte über Jahrzehnte zur dominierenden Seniorenläuferin der Region auf Distanzen von 1.500 m bis zum Halbmarathonstadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de. Zahlreiche Rheinland- und Rheinland-Pfalz-Meistertitel und sogar ein westdeutscher Meistertitel 2015 über 5.000 m standen zu Buche, doch den Höhepunkt erreichte sie im Alter von 66 Jahren: Bei der Senioren-Europameisterschaft 2017 im dänischen Aarhus lief sie über 10.000 m der Altersklasse W65 allen davon und holte sich in 51:17,46 Minuten die Europameisterschaftstadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de. Mit über einer Minute Vorsprung distanzierte sie die internationale Konkurrenz und machte sich zur Europameisterin – ein Überraschungssieg, der sogar die Favoritinnen aus Belgien und Polen alt aussehen ließstadt-birkenfeld.destadt-birkenfeld.de. Bereits im Jahr zuvor, 2016, war Hartenberger deutsche Seniorenmeisterin über 10.000 m (W65) geworden und hatte sich in den Bestenlisten bundesweit vorne platziertstadt-birkenfeld.de. Ihre Konstanz und Leidenschaft sind bemerkenswert: Noch mit über 70 Jahren steht sie bei Wettkämpfen auf dem Treppchen und wurde jüngst mit dem Seniorenpreis des Leichtathletik-Kreises ausgezeichnetm.facebook.com. Lilo Hartenberger ist bis heute aktiv und ein lebendes Beispiel dafür, dass Sport im Turnverein Birkenfeld tatsächlich „jung hält“.

Im Jahr 2023 konnte der Turnverein Birkenfeld schließlich auf 175 Jahre seines Bestehens zurückblicken – ein Jubiläum, das nur wenige Vereine in Deutschland erreichen. Natürlich wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert. Am 15. und 16. Juli 2023 verwandelte sich das Areal in und um die Jahnturnhalle in eine Festmeilerhein-zeitung.de. Unter freiem Himmel und in der Halle gab es ein vielfältiges Programm: Ein Familienfest mit Spiel- und Sportstationen, ein Boule-Turnier, Vorführungen der Tanz- und Turngruppen, nostalgische Geräteschauen, eine Ausstellung zur Vereinschronik und am Abend des 15. Juli einen großen Festkommers mit anschließender Livemusik. Zahlreiche Mitglieder – von den Kleinsten bis zu den Senioren – zeigten auf der Bühne ihr Können und demonstrierten eindrucksvoll die Bandbreite des heutigen TVB. Vorsitzender Hans-Peter Lampel eröffnete den Kommers mit dem Satz: „175 Jahre und kein bisschen müde – unser TV Birkenfeld ist ein Stück lebendige Geschichte dieser Stadt.“ Dieses Motto zog sich durch die Feierlichkeiten.

Beim Festakt wurden auch verdiente Mitglieder geehrt. So erhielten etwa Gerd und Trude Thomé, Karoline Schug, Heinz Bruch und Ex-Vorsitzender Wolfgang Bohrer Auszeichnungen für über 50 Jahre Vereinstreuerhein-zeitung.de. Man gedachte zudem verstorbener Persönlichkeiten wie Günther Kort, der 2009 verstorben war, oder an die im selben Jahrhundertviertel verstorbenen Ehrenmitglieder wie Günther Rink und Edelgard Tholey, die den Verein in verschiedenen Funktionen geprägt hattentv-birkenfeld.de. Auf einer Fotowand wurden alle bisherigen Vereinsvorsitzenden mit Bild und Amtszeit präsentiert – von Bapp 1848 bis Lampel 2023 –, was den langen Atem der Vereinsgeschichte eindrucksvoll veranschaulichte.

Alle Vorsitzenden des TV Birkenfeld und ihre Amtszeiten seien an dieser Stelle noch einmal in chronologischer Reihenfolge genannt: Gründer Georg Friedrich Karl Bapp (im Jahr 1848)tv-birkenfeld.de, danach Peter Kunz (1860–1883)tv-birkenfeld.de, Friedrich W. Lueg (1883–1885)tv-birkenfeld.de, Adolf Herfurth (1885–1912)tv-birkenfeld.de, Karl Ohlenbusch (1912–1913)tv-birkenfeld.de, Richard Bäuchle (1914–1919)tv-birkenfeld.de, Albert Zorn (1919–1924)tv-birkenfeld.de, Otto Crummenauer (1924–1950)tv-birkenfeld.de, Carl Schley (1950–1962)tv-birkenfeld.de, Heinz Rauwolf (1962–1983)tv-birkenfeld.de, Johannes Stöber (1983–1986)tv-birkenfeld.de, Dr. Werner Schwarz (1986–1991)tv-birkenfeld.de, Peter Nauert (1991–2001)tv-birkenfeld.de, Wolfgang Bohrer (2001–2015)tv-birkenfeld.de und Hans-Peter Lampel (seit 2015)tv-birkenfeld.de. Sie alle haben den Verein durch die verschiedenen Epochen geführt und mit ihrer Persönlichkeit geprägt.

Heute, nach 175 Jahren, ist der Turnverein Birkenfeld 1848 e.V. lebendiger denn je. Er vereint Tradition – man denke an die historische Jahnturnhalle oder die langjährigen Familien, die oft in dritter oder vierter Generation Mitglied sind – mit dem stetigen Wandel des Sports. Aus dem kleinen revolutionären Turnklub von 1848 ist der größte Verein der Region gewordentv-birkenfeld.de, der dennoch familiär geblieben ist. Ob Turnen, Gerätturnen, Leichtathletik, Handball, Tischtennis, Badminton, Tanz, Ski, Radsport oder Boule – für nahezu jeden sportlichen Geschmack und jedes Alter hat der TVB etwas zu bieten. Dabei vergisst der Verein nie seine Wurzeln: Beim jährlichen Schauturnen zu Nikolaus zeigen die Jüngsten ihre Purzelbäume, und beim Volkslauf „Rund um Birkenfeld“ messen sich Hobbyläufer auf den Spuren von Mirkes und Hartenberger.

Die Geschichte des Turnvereins Birkenfeld ist eine Geschichte von Beständigkeit und Wandel, von Höhen und Tiefen, von sportlichen Triumphen und gemeisterten Krisen. Der Verein überdauerte Revolution, Kaiserreich, zwei Weltkriege und politische Systeme. Er trotzte Verboten und Fusionsexperimenten, brannte aber stets für die gemeinsame Freude an der Bewegung. Aus der einstigen Turngesellschaft ist ein multisportiver Großverein geworden, der im Jahr 2023 stolz auf sein 175-jähriges Bestehen zurückblickt – und zugleich optimistisch nach vorn. Denn eines hat sich seit 1848 nicht geändert: In Birkenfeld hält der Turnverein die Menschen in Bewegung – und „Sport ist im TVB am schönsten“tv-birkenfeld.de.

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