Porträt von Matthias König, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld

Matthias König – vom Feuerwehrmann zum Bürgermeister

Es ist ein lauer Juni-Abend 2024 am Sportplatz seines Heimatorts Oberbrombach: Matthias König steht mit seiner Familie und zahlreichen Freunden beisammen und feiert einen überwältigenden Wahlsieg. Mit 64 % der Stimmen hat der 45-Jährige soeben die Stichwahl um das Amt des Verbandsbürgermeisters der Verbandsgemeinde Birkenfeld gewonnen und damit die Nachfolge des langjährigen Amtsinhabers Dr. Bernhard Alscher angetreten. Für König, der bis dato vor allem als engagierter Feuerwehrmann und Energiemanager bekannt war, geht an diesem Abend ein lang gehegter Traum in Erfüllung. „Für mich ist das ein bewegender Moment“, sagt er gerührt nach seiner Vereidigung. Schon in den Tagen nach der Wahl macht König klar, dass er frischen Wind ins Rathaus bringen will – ohne Bewährtes über Bord zu werfen. Kontinuität und Fortschritt sollen kein Widerspruch sein, sondern Hand in Hand gehen in Birkenfeld. Dieses Porträt zeichnet den Weg von Matthias König nach: von den frühen Jahren als Verwaltungsfachmann und Ehrenamtler über seinen steinigen Anlauf in die Kommunalpolitik bis hin zu seinen Zielen und Projekten als neuem Bürgermeister. Ebenso wird ein Blick auf den Menschen hinter dem Amt geworfen – seine persönlichen Leidenschaften, die fest in der Region verwurzelt sind.

Beruflicher Werdegang: Verwaltung und Energie

Matthias König ist in der Verbandsgemeinde Birkenfeld tief verwurzelt. Er stammt aus dem kleinen Dorf Oberbrombach und hat familiäre Wurzeln auch im nahegelegenen Hoppstädten-Weiersbach. Nach der Schulzeit zog es ihn jedoch nicht in die Ferne, sondern direkt in die kommunale Verwaltung seiner Heimat. König begann seine berufliche Laufbahn bei der Verbandsgemeinde Birkenfeld und war viele Jahre in der Bauabteilung der VG-Verwaltung tätig. Dort kümmerte er sich um die kommunale Infrastruktur und entwickelte früh ein Gespür für die praktischen Probleme und Bedürfnisse vor Ort. Durch seine offene Art und seinen Einsatz für die Kollegenschaft wurde er sogar zum Vorsitzenden des Personalrats gewählt – ein Hinweis darauf, wie sehr ihm ein fairer Umgang und Zusammenhalt im Team am Herzen liegen.

In den 2010er-Jahren verlagerte sich Königs fachlicher Schwerpunkt zunehmend auf ein Thema, das ihn persönlich wie beruflich begeisterte: Energie- und Klimaschutz. Er übernahm die Rolle des Energiemanagers der Verbandsgemeinde und befasste sich intensiv mit nachhaltigen Projekten in der Region. In dieser Funktion initiierte und begleitete er unter anderem ein Pilotprojekt zum Austausch alter Ölheizungen durch umweltfreundliche Wärmepumpen in kommunalen Wohngebäuden. Gemeinsam mit der VG-Spitze – damals noch sein Vorgänger Bernhard Alscher – suchte König nach innovativen Lösungen, um die lokale Energiewende voranzutreiben. Die Erfahrung, konkrete Verbesserungen für die Bürger zu erarbeiten, prägte ihn nachhaltig. Sie vermittelte ihm ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen der Region und die Anliegen der Menschen, wie er später selbst betont. All diese fachlichen Stationen – vom Bauamt bis zum Klimaschutzmanagement – bereiteten Matthias König fachlich auf größere Aufgaben vor, ohne dass ihm dies zu Beginn unbedingt bewusst war.

Politische Karriere: Beharrlichkeit und Neubeginn

Politisch betrat Matthias König erstmals 2015/16 größeres Parkett, als in der Verbandsgemeinde Birkenfeld die Bürgermeisterwahl anstand. Obwohl er kein Parteipolitiker im klassischen Sinne war, entschloss er sich, zu kandidieren – als unabhängiger Bewerber außerhalb der etablierten Parteistrukturen. Der bis dahin verwaltungsintern bekannte König forderte damit ausgerechnet seinen eigenen Chef heraus: Amtsinhaber Bernhard Alscher, der ebenfalls wieder antrat. „Die VG braucht klare Ziele und Strategien, die ich gemeinsam mit Bürgern, Politik und Institutionen erreichen und umsetzen möchte“, erklärte König damals selbstbewusst seinen Antrieb. Tatsächlich gelang es ihm, die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zusammenzubekommen und als vierter Kandidat ins Rennen zu gehen – neben Alscher, einem CDU-Bewerber (Immanuel Hoffmann) und der SPD-Kandidatin Antje Petri-Burger. König tourte durch die Dörfer, suchte das Gespräch mit Vereinen und Bürgern und brachte sein Insiderwissen über die Verwaltung ein. Am Ende reichte es 2016 noch nicht für einen Sieg; der erfahrene Alscher behielt zunächst die Amtsgeschäfte. Doch Matthias König hatte Geschmack an der Kommunalpolitik gefunden und vor allem eines bewiesen: Beharrlichkeit.

Knapp acht Jahre später, im Herbst 2023, folgte der nächste Anlauf – und diesmal ließ König nichts dem Zufall. Überraschend früh, schon im September 2023, gab der inzwischen 44-Jährige öffentlich bekannt, dass er bei der Bürgermeisterwahl 2024 erneut kandidieren werde. Zu diesem Zeitpunkt war er längst kein Unbekannter mehr: Als oberster Feuerwehrchef des Kreises (BKI) hatte er sich einen Namen gemacht, und sogar für den frei werdenden Posten des Landrats war König zwischenzeitlich in der Gerüchteküche gehandelt worden. Doch er entschied sich bewusst für „seine“ Verbandsgemeinde. “Ich habe mich dazu entschlossen, die Leute frühzeitig wissen zu lassen, dass ich nächstes Jahr für diesen Posten kandidieren möchte,” betonte er damals selbstbewusst in einem Zeitungsinterview. Anfang 2024 folgte dann ein taktisch kluger Schachzug: König schloss sich den Freien Wählern an, anstatt noch einmal als Einzelkämpfer anzutreten. Die Wählergruppe, die im Kreis Birkenfeld ohnehin starken Rückhalt genießt, nominierte ihn offiziell als ihren Kandidaten. Deren Kreisvorsitzender Michel Grandmaire zeigte sich hoch erfreut und nannte König eine „Idealbesetzung“ für das Amt. Für König selbst war es ebenso vorteilhaft: „Das ist ein Mehrwert für beide Seiten“, erklärte er mit Blick auf seine nun formelle politische Heimat.

Der Wahlkampf 2024 geriet damit zu einem echten Dreikampf zwischen König (FW), dem CDU-Bewerber Immanuel Hoffmann und Holger Noß von der SPD. Matthias König setzte dabei auf Bürgernähe und Präsenz: Er besuchte unzählige Veranstaltungen, vom Feuerwehrfest bis zum Seniorenkaffee, und war auch online auf Facebook und Instagram aktiv, um seine Ziele zu vermitteln. Sein Programm versprach einen Neubeginn im Dialog mit den Bürgern bei gleichzeitiger Verlässlichkeit in sachlichen Fragen – ein Spagat, den er mit seinem Slogan „Unsere Verbandsgemeinde, meine Motivation!“ auf den Punkt brachte. Die Resonanz war enorm: Bereits im ersten Wahlgang am 9. Juni 2024 erhielt König mit 45,2 % mit Abstand die meisten Stimmen (Hoffmann 28 %, Noß 26 %), verfehlte aber knapp die absolute Mehrheit. Zwei Wochen später in der Stichwahl mobilisierte er noch breiter und gewann eindrucksvoll mit 64,0 % gegen Hoffmann. Dieser klare Auftrag der Wähler war für König zugleich Freude und Verpflichtung: „Ich muss zugeben, die derart positive Resonanz der VG-Bürger hat mich überrascht“, gestand er offen ein. Mit dem Wahlsieg 2024 endet Königs langer Anlauf – der hartnäckige Bewerber hat sein Ziel erreicht und nimmt am 29. August 2024 offiziell im Birkenfelder Rathaus Platz. Neben dem Bürgermeisterposten errang er übrigens auch ein Mandat im Kreistag des Landkreises Birkenfeld, was seinen politischen Einfluss in der Region weiter unterstreicht.

Rolle und Projekte als Bürgermeister

Seit Ende August 2024 lenkt Matthias König nun die Geschicke der 31 Ortsgemeinden und der Stadt Birkenfeld, die zur Verbandsgemeinde gehören. Kaum im Amt, machte er deutlich, wohin die Reise gehen soll. König steht – ganz im Sinne der Freien Wähler – für eine Politik der „kontrollierten Erneuerung“: „Bewährte Strukturen erhalten, aber gleichzeitig innovative Projekte vorantreiben,“ so umriss er sein Credo in der Antrittsrede. Konkret bedeutet das, dass unter König zum Beispiel die erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit fortgeführt wird, gleichzeitig aber neue Akzente etwa in den Bereichen Digitalisierung, Klimaschutz und Infrastruktur gesetzt werden. Einen Schwerpunkt legt er auf die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltung. König möchte näher bei den Bürgerinnen und Bürgern sein und Transparenz schaffen. „Offen, transparent und bürgernah“ – diese Schlagworte kennzeichnen seinen Führungsstil im Rathaus. So hält er regelmäßige Bürgermeistersprechstunden ab und besucht alle Ortsbezirke in den ersten Monaten seiner Amtszeit, um zuzuhören und Präsenz zu zeigen. Außerdem setzt er soziale Medien ein, um direkt aus dem Rathaus zu berichten und mit den Menschen in Kontakt zu bleiben – ein Novum in der bisher eher traditionell geprägten Verwaltungskultur.

Intern hat König ebenfalls frischen Wind eingebracht. Er gilt als teamorientierter Chef, der seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnet – sicher beeinflusst durch seine eigene Erfahrung als Personalratsvorsitzender früher. Erste kleine Reformschritte im Rathausalltag hat er bereits angestoßen, etwa effizientere digitale Dienste im Bürgerbüro und eine engere Abstimmung mit den Ortsbürgermeistern. In öffentlichen Auftritten bleibt König sachlich und heimatverbunden. Bei seinem Amtsantritt dankte er ausdrücklich seinem Vorgänger Alscher für dessen Verdienste, betonte aber auch, dass eine neue Zeit beginne, in der er eigene Akzente setzen wolle. Dazu zählt unter anderem, den Wirtschaftsstandort Birkenfeld attraktiver zu machen – beispielsweise durch die Weiterentwicklung des Gewerbegebiets und Unterstützung des Umwelt-Campus Birkenfeld als Innovationsmotor. Auch die Förderung des Ehrenamts steht weit oben auf Königs Agenda, denn er weiß: Ohne die unzähligen freiwilligen Helfer in Feuerwehren, Vereinen und sozialen Initiativen würde vieles im Alltag der VG nicht funktionieren. Diese Wertschätzung für die Basis der Gesellschaft bringt König in nahezu jeder Rede zum Ausdruck. Man spürt: Hier ist ein Bürgermeister am Werk, der aus der Mitte der Bevölkerung kommt und nun für diese Bevölkerung arbeiten möchte.

Engagement in der Region: Feuerwehr und mehr

Bevor Matthias König das Rathaus eroberte, prägte vor allem die Feuerwehr seinen Werdegang. Bereits als junger Mann trat er in die Freiwillige Feuerwehr ein und engagierte sich über Jahrzehnte mit Leidenschaft im Brandschutz. In seinem Heimatort Oberbrombach stieg er vom einfachen Feuerwehrmann bis zum Wehrführer auf und leitete die Einheit sechs Jahre lang als Chef. Parallel dazu übernahm er Verantwortung auf Verbandsgemeinde-Ebene: Seit 2015 fungierte König als stellvertretender Wehrleiter der VG Birkenfeld. Diese Funktionen brachten ihn mit nahezu allen Feuerwehreinheiten der Region in Kontakt. Seine Kameraden schätzten besonders Königs ruhige Führung und umfangreiches Fachwissen, das er sich in zahlreichen Lehrgängen – bis hin zum Verbandsführer-Lehrgang – aneignete.

Anfang 2022 erreichte Königs Feuerwehrlaufbahn ihren vorläufigen Höhepunkt: Er wurde zum Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Birkenfeld gewählt. Als oberster Ehrenbeamter für den Brand- und Zivilschutz hatte er damit die Fachaufsicht über sämtliche freiwilligen Feuerwehren im „Nationalparklandkreis“ inne. Die Vakanz an der Spitze der Kreisfeuerwehren konnte mit ihm zügig besetzt werden, hieß es damals anerkennend in der Presse. Kein Wunder – König bringt “reichlich Erfahrung in der Chefrolle” mit, wie die Nahe-Zeitung titelte. Für ihn selbst war klar, dass er dieses wichtige Ehrenamt bis zu einer möglichen Amtsübernahme als Bürgermeister mit voller Energie ausfüllen würde. Bis zu seiner Vereidigung Ende August 2024 blieb König BKI, dann musste er das Ehrenamt abgeben, um sich ganz auf das Bürgermeisteramt zu konzentrieren. Seiner Feuerwehr-Leidenschaft tut dies jedoch keinen Abbruch: In der Freizeit rückt er weiterhin gern mit aus, wenn in den Dörfern Hilfe gebraucht wird, und der Kontakt zu „seinen“ Feuerwehrleuten bleibt eng.

Doch König engagiert sich nicht nur in der Feuerwehr. Er ist ein ausgesprochener Vereinsmensch, tief verwurzelt im lokalen Gemeinschaftsleben. So war er viele Jahre im Sportverein aktiv und ist regelmäßiger Gast bei Fußballturnieren und Dorffesten. Daneben schlägt sein Herz für die Natur seiner Heimat: König hält sich in der Freizeit gern draußen auf und geht leidenschaftlich auf Wandertouren im Hunsrück. Seine Verbundenheit mit der Region zeigt sich auch darin, dass er seit einigen Jahren zertifizierter Nationalparkführer im Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist. Mit dieser Zusatzqualifikation führt er Besucher und Schulklassen ehrenamtlich durch die Wälder und Moore des jungen Nationalparks und vermittelt Wissen über die lokale Flora und Fauna. Zudem war König bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister Geschäftsführer der “Erlebnis Nationalpark” GmbH, einer kleinen Gesellschaft, die touristische Angebote rund um den Nationalpark entwickelt. Dieses Engagement verbindet seine berufliche Kompetenz mit seinem privaten Interesse an der Natur. Auch anderweitig zeigt sich König als Bürger seiner Verbandsgemeinde: Ob bei Wohltätigkeitsläufen oder als Schirmherr von Kulturveranstaltungen – überall ist der neue Bürgermeister präsent, oft noch in der gleichen Rolle wie zuvor als engagierter Mitbürger, nur jetzt mit amtlichem Titel.

Persönliche Einblicke und Ausblick

Trotz seiner vielen öffentlichen Rollen wirkt Matthias König im persönlichen Gespräch bescheiden und nahbar. Kollegen und Weggefährten beschreiben ihn als Familienmenschen, der gerne Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern verbringt – soweit es der volle Terminkalender zulässt. König selbst betont immer wieder, wie wichtig ihm der Rückhalt seines privaten Umfelds ist: Ohne die Unterstützung seiner Familie und Freunde, so sagt er, wäre sein enormes ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen.

In ruhigen Momenten trifft man König bis heute mit Wanderstiefeln in den Wäldern . Musikfans haben König außerdem als jemanden kennengelernt, der durchaus rockige Töne mag – bei einem Dorffest legte er einmal als Toten-Hosen-Fan ein überzeugendes Luftgitarren-Solo hin, was für viel Heiterkeit sorgte (diese Anekdote erzählte er lachend in einem Interview am Rande eines Sportevents).

Am Ende zeichnet sich in diesem Porträt das Bild eines Bürgers zum Anfassen, der den Weg ins höchste Amt seiner Verbandsgemeinde konsequent gegangen ist, ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Matthias König vereint fachliche Kompetenz – vom Verwaltungsmanagement bis zur Feuerwehrtechnik – mit echter Heimatliebe und sozialem Engagement. In seiner neuen Rolle als Bürgermeister der VG Birkenfeld kann er all diese Facetten einbringen. Die Erwartungshaltung der Bürger ist groß nach seinem eindrucksvollen Wahlerfolg. Doch wer König kennt, traut es ihm zu, dieser Herausforderung gerecht zu werden. „Unsere Verbandsgemeinde gemeinsam voranbringen“ – dieses Motto hat er im Wahlkampf ausgegeben, und genau das lebt er nun vor. Man darf gespannt sein, welche Impulse Matthias König in den kommenden Jahren setzt. Eines aber ist sicher schon jetzt: Birkenfelds neuer Bürgermeister ist mit Herz und Verstand bei der Sache – ein echter Gewinn für die Region

Wolfgang Herfurth – Mai 2025

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