Tradition trifft Leidenschaft: Die bewegte Geschichte des SC Birkenfeld 1919



Ein Verein. Ein Ort. Eine Geschichte voller Stolz.
Seit über einem Jahrhundert ist der SC Birkenfeld 1919 das sportliche Herzstück einer ganzen Region. Was als kleine Idee im Gasthaus begann, wurde zur Bühne großer Momente – getragen von Spielern, Trainern, Fans und Persönlichkeiten, die bis heute unvergessen sind.
Wolfgang Herfurth – März 2025
Ein Anfang mit Vision – Die Gründung 1919
Am 14. Juni 1919, im Gasthaus „Zur Krone“, legten engagierte Männer den Grundstein für das, was später zur Fußballinstitution in der Region werden sollte: der SC Birkenfeld 1919. In den 1920er-Jahren folgte mit dem ersten eigenen Sportplatz an der Brückener Straße ein wichtiges Fundament. Die Liebe zum Fußball war geweckt – und sie ließ sich nicht mehr aufhalten.
Neustart und Hoffnung – Die Nachkriegsjahre
Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte das Leben langsam zurück – auch auf den Fußballplatz. Der Verein wurde 1947 neu belebt, und 1949 setzte die A-Jugend mit dem Gewinn der Rheinland-Vizemeisterschaft ein starkes Zeichen für den Wiederaufbau.
1960 folgte mit der Einweihung des neuen Sportplatzes auf der Feckweiler Haide ein infrastruktureller Meilenstein. Birkenfeld war bereit für die nächsten Kapitel seiner Fußballgeschichte.
Die goldenen Achtziger – Aufstieg mit Leidenschaft
Es war der Beginn einer Ära, wie sie nur selten vorkommt. In den frühen 1980ern übernahm Trainer Guido Mey das Ruder – ehrgeizig, fokussiert und mit einem klaren Ziel: den Aufstieg.
Sein berühmter Satz:
„Spätestens nach drei Jahren steige ich mit meiner Mannschaft auf!“
– wurde in Birkenfeld schneller Realität, als gedacht.
Der Weg führte von der Bezirksliga bis in die Oberliga Südwest, die dritthöchste Liga Deutschlands. Der heimische Hartplatz – von Mey augenzwinkernd „Roter Rasen“ genannt – wurde zur Festung. Und auf dem Feld: Kapitän Gerd Pick, ein Spieler aus den eigenen Reihen, der zum Symbol der Birkenfelder Fußballkultur wurde.
Ein Pokalmärchen für die Ewigkeit
1985 folgte der ganz große Moment: Sieg im Südwestpokal gegen Wormatia Worms.
Ein Triumph, der nicht nur die Teilnahme am DFB-Pokal sicherte, sondern auch die Herzen der Fans im Sturm eroberte. Für Mey ein Karrierehöhepunkt, für den Verein ein Stück Ewigkeit.
Große Bühne: Das Stadion „Am Berg“ und Rudi Völler
1986 bekam der SC Birkenfeld ein neues Zuhause: das Stadion „Am Berg“. Zur Eröffnung kamen 8.000 Zuschauer – und mit ihnen Werder Bremen, samt Nationalspieler Rudi Völler.
An seiner Seite: Gerd Pick, der ewige Kapitän. Ein Foto dieses Tages – Pick neben Völler – wurde zum Symbol für die Verbindung von Lokalstolz und Fußballgroßmacht.
Zwischen Höhenflug und Absturz – Die späten 80er
Die Saison 1987/88 beendete der SC Birkenfeld auf Platz 3 der Oberliga. Der Traum von der 2. Bundesliga schien zum Greifen nah. Doch interne Spannungen und wachsender Erfolgsdruck brachten den Absturz: 1990 folgte der Abstieg in die Verbandsliga.
Und wieder war es Gerd Pick, der blieb. Der Kapitän, der auch in schweren Zeiten das Trikot nicht ablegte – ein Sinnbild für Haltung und Treue.
Rückbesinnung: Die Jugend als Herzstück
Nach dem sportlichen Rückschlag richtete sich der Blick wieder auf die Basis: die Jugendarbeit. Mit dem Motto „Eigengewächse statt Legionäre“ ging der Verein einen nachhaltigen Weg – und wurde belohnt.
Aus dieser Philosophie wuchsen nicht nur Talente, sondern auch Erinnerungen, die bis heute tief im Verein verankert sind.
Ein unvergessener Moment: Die C-Jugend wird Kreismeister
Einer dieser Momente stammt aus der Jugend der 1970er – ein Kapitel, das auch für den heutigen Autor dieses Beitrags, Wolfgang Herfurth, unvergessen bleibt.
Als langjähriges Mitglied und Spieler des SC Birkenfeld – aktiv von etwa dem 12. bis zum 18. Lebensjahr – erlebte er die Höhen und Emotionen der Jugendzeit hautnah mit.
Ein Spiel bleibt für immer in Erinnerung: Das C-Jugend-Finale um die Kreismeisterschaft gegen den VfR Baumholder. Nach einem 2:1-Rückstand erzielte Herfurth höchstpersönlich das entscheidende 2:2.
Nach Verlängerung blieb es beim Unentschieden – und am Ende entschied das Los zugunsten des SC Birkenfeld.
Eine Meisterschaft, die nicht nur auf dem Platz gewonnen wurde, sondern auch im Herzen verankert bleibt.
Guido Mey und Gerd Pick – Zwei Namen, ein Vermächtnis
Man kann die Geschichte des SC Birkenfeld kaum erzählen, ohne diese beiden zu nennen:
Guido Mey, der Trainer mit Visionen. Und Gerd Pick, der Kapitän mit Charakter.
Sie verkörpern die Seele des Vereins – Ehrgeiz, Identifikation und Loyalität.

Ihr Wirken reicht weit über ihre aktive Zeit hinaus – und prägt bis heute das Selbstverständnis des Vereins.
Fazit: Fußball, wie er sein sollte
Der SC Birkenfeld 1919 ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass echter Fußball nicht nur auf Tabellenständen basiert.
Er lebt von Geschichten. Von Menschen. Von Momenten.
Vom Pokalabend gegen Worms. Vom Stadionerlebnis mit Völler.
Vom 2:2 in einem Jugendfinale, das durch ein Los zur Legende wurde.
Über 100 Jahre SC Birkenfeld – das heißt: Tradition bewahren, aus Rückschlägen lernen und nie die Liebe zum Spiel verlieren.
Und wer weiß: Vielleicht wird bald ein neues Kapitel aufgeschlagen. Eins, das in 100 Jahren wieder erzählt wird.
Wolfgang Herfurth – März 2025